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06.01.2013, 20:38 Uhr
CDU-Abend für Jedermann
Dauchingen - Ein Gang durch die Geschichte
Schwarzwälder Bote

Dauchingen Interessante Einblicke in Dauchinger Geschichte erhalten

Schwarzwälder-Bote, 26.11.2012 00:37 Uhr
 

Dauchingen (spr). Die heutige Gemarkung Dauchingen war schon zur Römerzeit besiedelt. Diese und andere interessante Einblicke gab es für die Besucher während des Vortrages von Helmut Rothermel im Dauchinger Farren­stall. In ihrer Reihe "CDU – Abend für Jedermann" lud der CDU-Ortsverband Dauchingen zu einem Gang durch die Geschichte Dauchingens ein. Referent des Abends war Historiker Helmut Rothermel, freier Mitarbeiter im Kreisarchiv. Bis in die vorrömische Zeit ist der Historiker bei seinem Spaziergang durch die Geschichte Dauchingens eingetaucht. Schon damals war die Gemarkung Dauchingen wahrscheinlich besiedelt, denn sie lag an der Römerstraße, die von Hüfingen nach Rottweil führte. Eine im Gewann Riesenburg vermutete "Villa Rustica" und eine römische Siedlung im Gewann Schopfelesbühl deuten auf eine Siedlung hin.

Von der alamannischen Landnahme sowie die Eingliederung ins Frankenreich im Frühmittelalter und die Entstehung der Grundherrschaft als Strukturmerkmal bis zum Ende der Rottweiler Herrschaft im Jahre 1803 wusste Rothermel zu berichten. Besonders unter der Herrschaft der Rottweiler Heiligkreuz-Bruderschaft von 1479 bis 1803 hatten die Menschen im Ort zu leiden. Kontrolle und Ausbeutung des Ortes waren an der Tagesordnung.

Im Jahre 1810 wurde Dauchingen dem badischen Bezirk Villingen zugeordnet und gehört so dem Großherzogtum Baden bis in das Jahr 1918 an. In dieser Zeit entwickelte sich der Ort zur modernen Gemeinde und fand den Weg in die Industriegesellschaft. Im nahen Schwenningen fanden viele Bürger Arbeit in der Uhrenindustrie. Die Jahre von 1918 bis 1945 waren auch in Dauchingen geprägt von Demokratie, Wirtschaftskrise und folgender Diktatur. Flüchtlingsaufnahme und Wohnungsnot mussten bewältigt werden.

In den 50-er Jahren bis in die heutige Zeit erlebte Dauchingen einen Modernisierungsschub, welcher sich positiv auf den Ort auswirkte. So zog im Jahre 1950 der erste Arzt nach Dauchingen. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung der Müllabfuhr. Unzweifelhaft habe der größte Modernisierungsschub in der Ära des damaligen Bürgermeister Elmar Österreicher nach 1964 stattgefunden. Neue Baugebiete für den Wohnungsbau wie auch für die Industrieansiedelung wurden erschlossen, sowie die Grund- und Hauptschule gebaut. Österreicher sei es zu verdanken, dass der Ort trotz tiefgreifender Änderung der Verwaltungslandschaft die Eigenständigkeit bewahrt habe, mit der heute die Gemeinde im Landkreis selbstbewusst neben Oberzentrum auftritt. Zum Ende dieser einstündigen Geschichtsstunde verwies der Historiker auf die Dauchinger Chronik, welche anlässlich der 900-Jahrfeier im Jahre 1994 erschienen ist und in der man die Entstehung des einstigen "Tochingen" von 1094 bis 1994 verfolgen kann.